Partnerschaft für Innovation und Führungsnachwuchs

Mit Unterstützung des IUU erarbeiten Studierende in abgestimmten Projekten innovative Lösungen für mittelständische Unternehmen. Unkonventionelle Ansätze der Studierenden bringen eingefahrene Sichtweisen im Unternehmen in Bewegung. Aktuelle Themen sind z.B. die Frage, was das „Internet of things“ für ein Familienunternehmen bedeutet, das Produkte für den privaten Haushalt herstellt oder die Entwicklung eines „Zukunftskonzept 2020“ für ein mittelständisches Unternehmen des stationären Lebensmittel-Einzelhandels.

In Planspielen des IUU, in denen Studierende und Unternehmensvertreter je geeignete Rollen übernehmen, werden die Entfaltung von unternehmerischer Eigeninitiative und die Übernahme von persönlicher Verantwortung durch die Studierenden sichtbar. Die Unternehmensvertreter kommen in direkten und persönlichen Kontakt mit Studierenden und können auf der Basis konkreter Erfahrungen entscheiden, ob und welche Studierenden sie ggf. für eine Mitarbeit im Unternehmen bzw. die Umsetzung der erarbeiteten Konzeptionen gewinnen wollen.

Zudem tragen die Unternehmen zu einer sinnvollen Ausbildung der Studierenden bei. Sie ermöglichen ihnen, praktische Erfahrungen im Unternehmen und mit sich zu machen. Indem das IUU auf diese Erfahrungen und die Studenten persönlich Bezug nimmt und ihre Reflexion unterstützt, bilden die Studierenden ihre praktische Handlungsfähigkeit und ihr unternehmerisches Selbstverständnis aus. Interessierte Unternehmen informiert Dipl.-Ök. Ralf Neise über die konkreten Möglichkeiten der Partnerschaft.

Risiken und Nebenwirkungen der vorweggenommenen Unternehmensübertragung

Da das Bundesverfassungsgericht voraussichtlich in diesem Herbst Teile des Erbschaftssteuerrechtes kippen und es danach die vollständige Steuerfreiheit bei der Übertragung von Betriebsvermögen künftig nicht mehr geben wird, raten viele Steuerberater ihren Klienten die bestehenden Steuervorteile jetzt noch zu nutzen. Da die aktuellen Verschonungsregelungen und Freibeträge geltendes Recht sind, wird erwartet, dass Änderungen nur für die Zukunft und nicht für in 2014 erfolgte Übertragungen wirksam werden. Steuer-Experten gehen davon aus, dass es einen günstigeren Zeitpunkt für die Übertragung von Betriebsvermögen als in diesem Jahr nicht mehr geben wird. In vielen Fällen sollen die geltenden Reglungen für eine vorweggenommene Übertragung der Unternehmensanteile genutzt werden. „Diese Versuche der vorweggenommenen Unternehmensübertragung nähren die Fiktion, dass das Vermögen oder Teile davon übertragen werden könnten, als ob sich sonst nichts ändere und alles beim Alten bleibe“, sagt Univ.-Prof. Dr. Gerd Walger, geschäftsführender Direktor des IUU Institut für Unternehmer- und Unternehmensentwicklung. Nach seiner Erfahrung ändern sich in der Realität mit der Unterschrift und dem Wirksam-Werden der unterschriebenen Regelungen tatsächlich alle menschlichen Bezüge zwischen den beteiligten Parteien. Denn der Sohn oder die Tochter werden z.B. zu Gesellschaftern des Unternehmens. „Der Versuch, mit ihnen umzugehen, als ob diese Position quasi nichts bedeute, erweist sich im Hinblick darauf, dass Sie lernen sollen, die unternehmerische Verantwortung zu tragen, als kontraproduktiv“, so der auf die Gestaltung von Nachfolge-Regelungen spezialisierte Berater. Auch beginnen in vielen Fällen nach seiner Einschätzung die Kinder die mit der Übertragung verbundene Verantwortung zu verspüren und versuchen, dieser gerecht zu werden. Dieser innere Druck rufe in ihnen einen Handlungsdruck hervor, der sich ein Ventil sucht. Solche Risiken und Nebenwirkungen haben steuerlich orientierte Berater meist nicht im Blick, sagt Prof. Walger. Sie können allerdings Folgekosten mit sich bringen, die die steuerlichen Einsparungen bei weitem übersteigen. Prof. Walger rät, die steuerlichen Vorteile nur vor dem Hintergrund einer Konzeption zu realisieren, die die Verhältnisse der beteiligten Personen im Spiel bedenkt und neu ordnet.

Praxisreflexion für Führungskräfte

Vom 4. bis 6. September 2014 fand unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerd Walger die Praxisreflexion in Zürich statt. Ehemalige Studenten, die heute in Führungspositionen sind, reflektierten ihre Erfahrungen mit dem Verkauf bzw. dem Kauf und der Integration von Unternehmen bzw. Unternehmensbereichen. Die nächste Praxisreflexion ist für den 28.11.2014 in Wuppertal geplant.

Studenten Projekt mit einem Handelsunternehmen

Für ein deutsches Handelsunternehmen haben Studierende mit Prof. Walger und Dipl.-Ök. Ralf Neise ein Konzept zur Ausbildung von Hochschulabsolventen zu Marktleitern erarbeitet, die mit unternehmerischer Verantwortung weitgehend selbstständig agieren. Die Studierenden arbeiteten sich intensiv in die Frage ein, was das Unternehmer-Sein ausmacht und setzten dies ins Verhältnis zu den Bedingungen des mittelständischen Unternehmens und seine Unternehmensstrukturen. Die Geschäftsführung des auftraggebenden Unternehmens zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen, die in die Weiterentwicklung der früheren Konzeption eingehen sollen.